Im Innenhof des Klosters laufen die Vorbereitungen: Mitglieder des pfarrlichen Ortsausschusses Neuwerk bauen den Regenschutz für den Grill auf.
Im Kreuzgang ist schon alles für die Gäste gerichtet.
Sr. Klara-Maria, Provinzleiterin, begrüßt die Gäste zum Festgottesdienst.
Gleich zwei Chöre sind da: SDS-Chor unter der Leitung von Bernhard Schürkens und die Chorgemeinschaft St. Cäcilia Neuwerk-Bettrath-Uedding, geleitet von Stefanie Hoffacker.
Das Essen ist fertig!
Noch mehr Musik!
nächtlicher Innenhof - Illumina ist nichts dagegen!

125 Jahre Salvatorianerinnen in aller Welt - Mutter-Maria-Fest in Neuwerk

Einführende Worte von Sr. Klara-Maria Breher zum Festtag:

Wenn ich das Kloster Neuwerk bzw. die Klosterkirche betrete, ist es für mich immer wieder auch ein „Nachhausekommen“. Über 20 Jahre habe ich hier gelebt. Ebenso ist es für jede Salvatorianerin, die hier zu Besuch ist,  ein Nachhausekommen, da die Wurzeln unserer Gründung hier in Neuwerk und in Myllendonk sind. Therese von Wüllenweber war es, die hier gelebt hat. Neuwerk, wo sie von 1876-1888 lebte, war ihr ein Herzensanliegen.  Am 5. Sept. 1882 trat sie bereits als erste Frau  der Gesellschaft von P. Jordan durch ein Versprechen bei. Dieser besondere Schritt veranlasste die Schwestern nach der Seligsprechung von Therese von Wüllenweber den Festtag der Seligen nicht auf den Todestag (Weihnachten) zu legen, sondern den 5. September zu wählen.

Trotz der Verbundenheit mit Neuwerk hat Therese von Wüllenweber 1888 diesen verlassen. In Tivoli bei Rom gründete P. Franziskus Jordan mit Therese am 8.12.1888 die Schwesterngemeinschaft.

Von Tivoli aus gingen viele, viele Schwestern in alle Welt, um den Heiland der Welt allen Menschen erfahrbar werden  zu lassen. Das ist das Grundanliegen unserer Gemeinschaften, der salvatorianischen Familie (Salvatorianer, Salvatorianerinnen, Laien): allen Menschen soll Heil wiederfahren. Mit allen Mitteln, die die Liebe Gottes eingibt, soll die Güte und Menschfreundlichkeit Gottes weitergegeben werden, die sich in Jesus als Heiland offenbart hat. Die große missionarische Gesinnung und das Feuer, das in P. Jordan und der sel. Maria von den Aposteln (so hieß Therese v. Wüllenweber als Ordensschwester) wirkte, hat die Gemeinschaft schnell in vielen Ländern wachsen lassen.

Aufgrund staatlicher Einschränkungen konnten die Schwestern erst ab 1914 auch in Deutschland wirken, also über 16  Jahre nach der Gründung.

Neben dem Fest der sel. Maria von den Aposteln, das wir heute begehen, dürfen wir in diesem Jahr dankbar auf 125 Jahre Gründung unserer Gemeinschaft zurückblicken.

Bewegte Zeiten waren die letzten 125 Jahre für die Schwestern, aber immer war es ihnen ein Anliegen, wo immer sie wirkten, mit großem Gottvertrauen zum Wohle der ihnen anvertrauten Menschen zu arbeiten und solidarisch zu sein mit deren Nöten. Dieses Anliegen hört auch heute nicht auf, auch wenn wir Schwestern zahlenmäßig weniger geworden sind bzw. die Kräfte nachlassen.

Es geht weiter: Es sind die vielen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Freunde und Freundinnen, welche in unserem Sinne weiterarbeiten. So hat es auch unser Gründer Pater Jordan auf seinem Sterbebett betont: Der liebe Gott wird alles gut machen; andere werden kommen und… weiterarbeiten. Das hört sich für mich verheißungsvoll an.

125 Jahre – eine kurze Zeit? – ein bis zwei Menschenleben –

Und es wurden Spuren hinterlassen von den Frauen, die als Salvatorianerinnen hier in Neuwerk und an vielen Orten waren. Und weitere Spuren werden folgen…

Herzlich danke ich Ihnen im Namen aller Schwestern für Ihre Verbundenheit mit uns Salvatorianerinnen über viele Jahre. Schön, dass Sie da sind.

Diesem Festtag heute ist bereits ein dreitägiges Heranschreiten vorausgegangen -  mit geistlichen Impulsen und einer Wanderung auf den Spuren der sel. Maria v. den Aposteln.
Gut, dass wir dieses Fest heute Abend mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier beginnen.

Ein Anliegen möchte ich noch vorbringen:
Bis vor einigen Jahren waren in Syrien Salvatorianerinnen eingesetzt und haben in einer christlichen Gemeinde engagiert gearbeitet. In der derzeitigen Kriegssituation, die auch mit Christenverfolgungen einhergehen, sind wir schon froh, dass keine Schwestern mehr vor Ort sind. Wir sind aber  umsomehr mit dem Schrei der dort lebenden Menschen verbunden. Unsere Schwestern in Jordanien erleben derzeit auch die Flüchtlingswelle aus Syrien.

Papst Franziskus hat uns für den heutigen Abend zum weltweiten Gebet aufgerufen. So kann auch dieser Gottesdienst eine Verbundenheit mit den Menschen in Syrien ausdrücken.
Auch wird die heutige Kollekte für die Flüchtlingshilfe sein.

Ich wünsche uns allen viele gute Begegnungen, jetzt zunächst die stärkende Begegnung mit Gott.