Joachim Rogosch, Journalist und Publizist
Moderation
Herr Rogosch interviewt zunächst die Teilnehmer der Diskussion einzeln. Hier: Weihbischof Thomas Maria Renz, Rottenburg-Stuttgart.
Weihbischof Renz als 'Der Denker' von Rodin.
Johannes Streubel, war ein Jahr als Missionar in Japan.
Johannes Streubel
Rosemarie Böcherer, seit 20 Jahren Mitglieder der GSL Bad Wurzach.
Rosemarie Böcherer
Sr. Klara-Maria Breher SDS, Provinzleiterin der deutschen Provinz der Salvatorianerinnen.
Sr. Klara-Maria Breher SDS
Warten auf den Beginn der Podiumsdiskussion.
Die Diskussionsrunde.
Auch hier sind die neuen Roll-ups der Salvatorianerinnen dabei.
Konzelebration in St. Verena.
Foto: Karl-Heinz Schweigert
Vollbesetzte Kirche beim Auszug.
Foto: Karl-Heinz Schweigert

2000 Jahre Kirche - 50 Jahre 2. Vatikanisches Konzil - 20 Jahre GSL (Gemeinschaft Salvatorianischer Laien) - "Kirche mit Zukunft - Gemeinsam neue Wege gehen"

Der Salvatorianische Begegnungstag in Bad Wurzach stand in diesem Jahr unter dem Zeichen des 20jährigen Bestehens der GSL-Gruppe. Dazu gehörte einerseits der dankbare Blick zurück auf den Gründer der Salvatorianischen Familie, Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan und das zweite Vatikanische Konzil mit seiner Pastoralkonstitution "Gaudium et spes" - andererseits und hoffnungsvoll der Blick voraus in die Zukunft der Kirche.

Der Tag begann mit einem feierlichen Gottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart). In seiner Predigt wies Bischof Renz mehrfach darauf hin, dass Pater Jordan (1848-1918) der Zeit mit seiner Idee, dass auch Laien apostolisch wirken können und sollen, weit voraus war. Erst das zweiten Vatikanischen Konzil betonte 1965 in seiner Pastoralkonstitution Gaudium et spes die Stellung der Laien in der Kirche. Im heutigen Sprachgebrauch steht das Wort „Laien“ im Gegensatz zu den „Profis“. Von seiner Wortbedeutung her kommt es jedoch von „laios theou“, den von Gott berufenen. Sie sind von Gott durch Taufe und Firmung zum apostolischen Dienst am Reich Gottes – inner- wie außerkirchlich - berufen und somit die eigentlichen Profis der Kirche. Diesem Auftrag hat sich die Gemeinschaft Salvatorianischer Laien aus dem Charisma Pater Jordans heraus verschrieben.

Nach dem Gottesdienst fand im Foyer des Salvatorkolleg eine Podiumsdiskussion statt. Weit über 100 Gäste waren anwesend: Mitglieder der „Laiengemeinschaft“, darunter auch eine Delegation der GSL Wien sowie Salvatorianerinnen und Salvatorianer. Durch die Anwesenheit des Provinzials der dt. Provinz der Salvatorianer, P. Hubert Veeser, sowie des vollständig angereisten Leitungsteams der Salvatorianerinnen zeigten die beiden Ordensgemeinschaften die Verbundenheit innerhalb der Salvatorianischen Familie.

Moderiert von Journalist und Publizist Joachim Rogosch diskutierten Weihbischof Renz, Sr. Klara-Maria Breher (Leiterin der dt. Provinz der Salvatorianerinnen), Rosemarie Böcherer (Mitglieder der GSL Bad Wurzach) und Johannes Streubel, der ein Jahr als Missionar in Japan war, miteinander über die Zukunft der Kirche.

Sie stimmten darüber überein, dass Glaube und Veränderung bei jedem einzelnen anfängt. Strukturen können dabei hilfreich sein, wenn sie dem Menschen dienen und nicht verhärtet sind. Es geht darum, Jesus, den Heiland der Welt, bekannt zu machen.

Weihbischof Renz betonte, dass Kirche die Haltung des Hirten einnehmen muss, der „den verlorenen Schafen“ nachgeht und nicht darauf wartet, dass sie kommen. Der Großteil der Ressourcen der Kirche würde auf die 20% der Getauften verwendet, die ohnehin kommen – die 80% Nicht-Kirchgänger und die nicht-Getauften werden aus dem Blick verloren. Kirche muss „Herberge“ sein, offen und gastfreundlich auch für diejenigen, die nicht auf Dauer bleiben. Sein Fazit: „Die ‚Komm her Kirche‘ muss zu einer ‚Geh hin Kirche‘ werden“.

Johannes Streubel vertrat die Sicht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Kirche muss eine Sprache sprechen, die von jungen Leuten verstanden wird und zu Herzen geht.

Im Anschluss war beim und nach dem Essen noch viel Zeit, miteinander zu reden und alte Bekannte zu treffen.

 

Bericht über den Begegnungstag in der Schwäbischen Zeitung vom 16.09.2013

Beitrag im Vorfeld des Begegnungstages zur Glaubensgruppe ohne "G'schmäckle", Schwäbische Zeitung vom 12.09.2013