Pfingsten 2020

"Es gibt Menschen, die den eigenen Vogel für die Taube des Heiligen Geistes halten.", lautet der Spruch eines Unbekannten.

Damals, in Jerusalem: ein Brausen vom Himmel her, Zungen wie von Feuer, Menschen, die in anderen Sprachen reden, Gottes große Taten verkünden. So endet die erste Lesung des Pfingstsonntags (Apg 2,1-13). Wissen Sie, wie der Text weitergeht? Die einen sagen "Was hat das zu bedeuten", andere spotten "Sie sind vom süßen Wein betrunken." Die Zuhörer sind der Meinung, dass da eher der "eigene Vogel" mit im Spiel ist. Sie sind also noch nicht überzeugt, dass da großes geschieht.

Dann steht Petrus auf, beginnt enthusiastisch zu reden. Er, der sich auf dem gemeinsamen Weg nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat. Der von Jesus mit den Worten "geh hinter mich, Satan" (Mt 16,23) zurechtgewiesen wird. Der Jesus verleugnete. Und der nach der Kreuzigung zurückgeht, nach Hause, in die bekannte Umgebung, zum Gewohnten zurück. Dieser Petrus beginnt zu reden, spricht so überzeugend, dass nun die Zuhörenden "mitten ins Herz" (Apg 2,37) getroffen werden.

Spätestens jetzt sprechen die Jünger und Jüngerinnen nicht mehr "nur" in vielen Sprachen, sondern sie werden auch noch von allen verstanden!

Hier pipst nicht mehr der eigene Vogel, sondern verschafft sich die Stimme des Heiligen Geistes deutlich Raum.

Ihnen ein begeistertes Pfingstfest, bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Foto: Sr. Angela Cöppicus