Abschied aus Stralsund

Mitte Dezember reisen Sr. Marion und Sr. Mariela aus Stralsund ab. Eine große Abschiedsfeier kann wegen eines gewissen Virus - leider nicht stattfinden. Der Bürgermeister ließ es sich jedoch nicht nehmen, den beiden Schwestern persönlich für das Wirken der Salvatorianerinnen in Stralsund zu danken.

Pfarrer Johannes Schaan stellte uns seine Abschiedsworte zur Verfügung:

Abschied im Rathaus

Es war einmal vor 24 Jahren am Rathaus von Stralsund. Am 6. November 1996 waren Sr. Marion und Sr. Mariela schon einmal hier. Sie standen in dem Durchgang zum Portal von St. Nikolai und es war kalt. Die Überredungskünste von Pfarrer Janiszewski und der gute Eindruck, den seine Stadtführung ihnen von Stralsund vermittelte, überzeugte die damals vier Schwestern der Salvatorianerinnen, vor 23 Jahren in unsere Stadt zu kommen.

Daran erinnerte sich Sr. Marion, und das erzählte sie heute im Rathaus der Hansestadt im Büro des Oberbürgermeisters. Beide Schwestern verlassen noch vor Weihnachten diesen Jahres Stralsund. Heute wurden sie am Nachmittag von Dr. Alexander Badrow empfangen. Er wollte sich stellvertretend für alle Stralsunder persönlich von ihnen verabschieden.

Ganz herzlich dankte der Bürgermeister ihnen im Namen aller Bürger und Bürgerinnen für ihre Präsenz und ihren Einsatz für all die Menschen, die sie in diesen Jahren begleitet haben. Zum Abschied schenkte er ihnen einen Kalender für das Jahr 2021 mit Impressionen der Hansestadt Stralsund. Die Zeit vergeht manchmal viel zu schnell, die Erinnerungen sollen bleiben. Und diese sind wirklich schön, wie beide Schwestern berichteten.?

Seit dem Juni 1997 gab es eine kleine salvatorianische Gemeinschaft in Stralsund. Sie begann mit vier Schwestern - Schwester Margareta, Dorothee, Marion und Mariela. Im Laufe der Jahre waren noch die Schwestern Pia und Margret in Stralsund tätigt. Die letzten Jahre lebten hier zwei Schwestern, Schwester Marion und Schwester Mariela, im Caritas-Seniorenheim St. Josef.

Sie fühlten und fühlen sich besonders den Bewohnern des Hauses und der katholischen Pfarrgemeinde verbunden, ebenso der Großpfarrei St. Bernhard, die eine der größten Pfarreien in ganz Deutschland ist. Denn sie umfasst die gesamte Insel Rügen und halb Vorpommern bis an die Grenzen von Mecklenburg und Brandenburg.

Ihre Aufgaben hatten die Schwestern in der Seelsorge, im Pflegeheim, in der Begleitung von Kranken und Sterbenden, in Kontakten zu den Mitarbeiter/-innen des Seniorenzentrums, bei der Ausgabe der Krankenkommunion, aber auch bei Besuchen im städtischen Bereich von Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Für unsere Schwestern Marion und Mariela ist das persönliche und gemeinschaftliche Gebet Kraftquelle sowohl für ihr Leben als auch für ein solidarisches Eintreten für die Mitmenschen und die Welt. Solidarität ist dabei ein wichtiger Aspekt ihrer Sendung. In Stralsund lebten sie mitten unter den Menschen, haben ihre Interessen, Freuden und Nöte wahrnehmen und Vieles tun können, was die Liebe Christi vorgibt, damit Hoffnung und Leben wachsen kann.

Schade, dass ihr Wirken in Stralsund nun ein Ende hat. Es wird unsere Aufgabe sein, das, was sie durch ihr Hiersein und Wirken gezeigt haben, weiterzuführen. Die Schwestern waren auf keine spezifischen Aufgaben festgelegt, vielmehr waren alle ihre Tätigkeiten darauf ausgerichtet, den alleinigen, wahren Gott zu verkünden und Jesus Christus, den er gesandt hat.

Wir bleiben mit unseren Schwestern Marion und Mariela, die noch eine Lebensstation im Kloster der Salvatorianerinnen "St. Johannes" im westfälischen Warburg machen, verbunden. Sie beginnen wieder neu und konzentrieren sich auf das Wesentliche, für Gott und die Menschen zu leben. Sie hinterlassen uns ein salvatorianisches Erbe, dafür sollten wir uns weiterhin einsetzen.

Im Gebet bleiben wir verbunden.

Pfarrer Johannes Schaan