weltweiter Solidaritäts- und Gebetstag für die Betroffenen der Corona-Pandemie

Die Oberinnen katholischer Frauenorden haben für kommenden Sonntag, den 22.März, einen weltweiten Solidaritäts- und Gebetstag für die Betroffenen der Corona-Pandemie geplant. Alle weiblichen Ordensgemeinschaften sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

„Jetzt ist die Zeit für jeden von uns, auf die weltweite Krise zu reagieren, indem wir mit anderen solidarisch sind“, so der Appell der Internationalen Vereinigung der Ordensoberinnen UISG im Internet. Der Dachverband der katholischen Frauenorden nennt als konkretes Beispiel etwa Hilfe für besonders gefährdete Menschen oder besondere Großzügigkeit und Dank gegenüber all jenen, die sich um die Kranken kümmern, nach Impfstoffen forschen oder im öffentlichen Dienst tätig sind.

„Wer auch immer sie sind, wo auch immer sie sein mögen, sie alle sollten wissen, dass sie in Gedanken und Gebeten der Schwestern auf der ganzen Welt sind“, so die UISG.

Der Dachverband ruft ebenso alle Ordensfrauen auf, sich an die Anweisungen der Weltgesundheitsorganisation und der jeweiligen Regierungen zu halten. Die UISG hat auf ihrer Internetseite auch ein Gebet auf Englisch und weiteren Sprachen (Deutsch bisher nicht) veröffentlicht. Zudem findet sich dort eine Videobotschaft der UISG-Präsidentin Sr. Jolanta Kafka.

Wir haben das Gebet für Sie auf Deutsch übersetzt:

Lockdown

Ja, es gibt Angst.
Ja, es herrscht Isolation.
Ja, es gibt Panikkäufe.
Ja, es gibt Krankheit.
Ja, es gibt sogar den Tod.

aber…

Sie sagen, dass man in Wuhan nach so vielen Jahren des Lärms
die Vögel wieder hören kann.

Sie sagen, dass nach nur wenigen Wochen der Ruhe
der Himmel nicht mehr von Smog bedeckt ist, sondern blau und grau und klar.

Sie sagen, dass in den Straßen von Assisi
die Menschen einander zusingen
über die leeren Plätze hinweg,
durch die offen gehaltenen Fenster,
damit diejenigen, die allein sind,
die Geräusche ihrer Menschenfamilie ringsherum hören.

Sie sagen, dass ein Hotel im Westen Irlands
kostenlose Mahlzeiten und Lieferung nach Hause anbietet.

Heute war eine junge Frau, die ich kenne, damit beschäftigt, Flugblätter mit ihrer Nummer in der Nachbarschaft zu verteilen,
damit die Älteren jemanden haben, den sie anrufen können.

Heute bereiten sich Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempel darauf vor,
den Obdachlosen, Kranken und Müden Unterschlupf zu gewähren.

Überall auf der Welt werden die Menschen langsamer und beginnen, nachzudenken.
Überall auf der Welt schauen die Menschen ihre Nachbarn auf eine neue Art und Weise an.
Überall auf der Welt wachen die Menschen in einer neuen Realität auf und sehen
wie groß wir wirklich sind,
wie wenig Kontrolle wir wirklich haben,
darauf, was wirklich zählt,

auf die Liebe.

So beten wir und erinnern uns:

Ja, es gibt Angst,
aber es muss nicht unbedingt Hass sein.

Ja, es gibt Isolation,
aber es muss keine Einsamkeit herrschen.

Ja, es gibt Panikkäufe,
aber es muss keine Gemeinheit geben.

Ja, es gibt Krankheit,
aber es muss nicht unbedingt eine Krankheit der Seele geben.

Ja, es gibt sogar den Tod,
aber es kann immer eine Wiedergeburt der Liebe geben.

Wache auf, und entscheide, wie Du jetzt leben willst.

Atme heute.

Höre hinter der Stimme Deiner Panik,
dass die Vögel wieder singen,
dass sich der Himmel aufklärt,
dass der Frühling vor der Tür steht,
und dass wir immer von Liebe umgeben sind.

Öffne die Fenster Deiner Seele,
und obwohl Ihr vielleicht nicht in der Lage seid,
einander über den leeren Platz hinweg zu berühren:

Singt!

P. Richard Hendrick OFM