Foto: Carmen Pförtner
Foto: Carmen Pförtner
Empfang im Johannes Baptist Haus
Demenzgarten
Wohnbereich für Demenz-Kranke im Franz Jordan Haus

Dass man selbst mit bzw. nach 90 Jahren noch viel Lebendigkeit und Lebensfreude ausstrahlen und Zukunftsperspektiven vermitteln kann, davon konnten sich zahlreiche Gäste, Freunde und Bekannte bei der Jubiläumsfeier in Warburg überzeugen.

125 Jahre Salvatorianerinnen in aller Welt und 90 Jahre im Dienst am Menschen in Warburg galt es an diesem 1. Septembersonntag zu feiern.

Aus diesem Anlass hatte der Konvent der Salvatorianerinnen seine Türen geöffnet. Die Schwestern wohnen gemeinsam mit 13 Mieterinnen und Mietern im Therese von Wüllenweber Haus, das eines der drei Gebäude ist, die zum St. Johannes Seniorenzentrum gehören und neben dem Konvent 9 Appartements für Einzelpersonen und 3 als Partnerwohnungen anbietet. Interessiert schauten sich die Besucher  im privaten  Bereich der Schwestern und in den Gemeinschaftsräumen um. Die Schwestern freuten sich sichtlich,  ihre Räumlichkeiten vorzustellen.

Pfr. Eickhoff, 30 Jahre Pfarrer  in der Neustadtgemeinde in Warburg und heute im Ruhestand, und heute Mieter eines Appartements im Therese von Wüllenweber Haus,  präsentierte wie man als Pfarrer nach dem Auszug aus einer geräumigen Dienstwohnung im Alter auf rd. 50qm² leben und sich wohlfühlen kann.

Das Jubiläum nahm auch das  St. Johannes Seniorenzentrum zum Anlass, nach dem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche, seine Türen für Besucher zu öffnen.

 Und die machten reichlich Gebrauch von dem Angebot einen Blick in die drei Gebäudekomplexe der  Einrichtung zu werfen. Während im  Therese von Wüllenweber Haus barrierefreies Wohnen angeboten wird, ist das Johannes Baptist Haus ist gedacht für Menschen mit ständigem Pflegebedarf. Im Franz Jordan Haus werden schwerpunktmäßig Menschen mit einer Demenzerkrankung betreut.

 

In 90 Jahren haben die Schwestern in Warburg viel geleistet und aufgebaut. Von 1923 bis 2003 widmeten sie sich im Damianeum und später im Jugenddorf der Erziehung junger Menschen. Nach der Errichtung des Altesnheimes 1977  kam die Altenpflege dazu. Heute sind die pastorale Arbeit und die Begleitung im Alltag Hauptaufgaben der Gemeinschaft. So ist die Jubiläumsfeier Anlass zurück zu schauen und Gott zu danken. Daneben richtete sich der Blick auf die Gegenwart, in der die Schwestern auch heute einen wichtigen Beitrag zum Leben in der Gemeinde leisten. Sie sind keineswegs nur ein ‚Wohlfühlfaktor‘, wie Dechant Pieper  es in seiner Predigt formulierte, sondern eine Bereicherung für die Stadt, die Kirchengemeinde und das St. Johannes-Seniorenzentrum.

Von 24 Schwestern, die heute die Gemeinschaft der Salvatorianerinnnen in Warburg bilden, leben 16 Schwestern im Konvent, acht weitere sind auf Hilfe und Pflege angewiesen und werden stationär versorgt.

Moderne, großzügig, hell und geschmackvoll eingerichtete Zimmer, wohnlich eingerichtete Gemeinschaftsbereiche, offene Küchenzeilen vermitteln eher den Eindruck einer großen WG (Wohngemeinschaft) als einer stationären Pflegeeinrichtung. Am Eingang (Empfang) wird man gleich von einer Ordensschwester begrüßt und in Empfang genommen. Auch sonst sind vereinzelt Schwestern im Haus tätig: z.B. im gruppenübergreifenden Diensten und in der Seelsorge. Die Leitung der modernen Einrichtung, die rd. 150 Personen Platz bietet, liegt in professionellen Händen und wird von Herrn Berens, unterstützt von vielen MitarbeiterInnen, engagiert und kompetent wahrgenommen.

Es war eine lockere, entspannte Atmosphäre an diesem Sonntag, wo sich jung und alt, Bewohner, Nachbarn, Angehörige, Schwestern und MitarbeiterInnen begegneten, informierten und austauschten. Und es wurde sichtbar und spürbar, dass im Konvent und im St. Johannes-Seniorenzentrum salvatorianischer Geist lebt und – so formulierte es die Provinzoberin Sr. Klara-Maria Breher – weiterlebt, durch „die vielen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Freunde und Freundinnen, welche in unserem Sinne weiterarbeiten.“ Das ist eine hoffnungsvolle Zusage für heute und die nächsten Jahrzehnte.

Ursula Schulten